Unzufriedenheitsweltmeister

27.2.2009

Gerade schaue ich mir die aktuelle Infratest-Dimap-Umfrage der Tagesschau an. Sie enthält für mich verblüffende Fragen (wenn auch vorhersehbare Antworten). „Sind Sie zufrieden mit der Arbeit von Merkel, Stein-A und Stein-B, Müntefering?“ geht ja noch, verblüffend nur, daß Merkel und Peer, die beiden, die unsere Konjunktur am Reparieren sind, an Beliebtheit zulegen, obwohl gleichzeitig ihre Maßnahmen von denselben Befragten als nicht die richtigen bewertet werden („Konjunkturpaket ist kein wirksames Mittel“ 60%, „Bundesregierung hat den Überblick verloren“ 52%).

Es geht aber weiter: „Sind Sie zufrieden mit der Arbeit von Barack Obama?“ – Na klar, der Mann ist erst ein paar Tage im Amt, und schon soll man sich darüber ein Urteil bilden können? Vor allem aber geht es hier los mit der Gegenfrage: Wieso haben wir das zu beurteilen? Bin ich vielleicht noch im weitesten Sinne der Personalchef von Angela Merkel, denn ich bin ja ihr Souverän, so habe ich doch mit dem Präsidenten der USA nichts zu tun!

Dazu paßt der nächste wie die Faust aufs Auge: „Sind Sie zufrieden mit der Arbeit des Papstes?“ – Bin ich was? Bin ich wer? Gott? Denn der ist ja wohl dessen Zufriedenheitsverantwortlicher, nicht ich, das hier repräsentativ befragte deutsche Volk, zur Hälfte nicht einmal katholisch.

Dann wirft man uns vor, zu allem eine Meinung und von nichts eine Ahnung zu haben, aber was bleibt uns bei solchen Multiple-Choice-Befragungen denn übrig? Wer so suggestiv fragt, kriegt eben eine dumme Antwort…