Angriffskriege sind selten klug

25.3.2011

Was fängt er jetzt wieder mit Angriffskriegen an, es war ja wohl kaum ein Angriffskrieg, den Libyern unter die Arme zu greifen bei dem Versuch, sich ihres ungeliebten Führers zu entledigen?

Nun, was dann? Es ist ein alter Grundsatz, sich nicht in die inneren Angelegenheiten eines Landes einzumischen, üblicherweise auch dann nicht, wenn man klare persönliche Sympathien für eine der Seiten hat. Wir tun es nicht in Nordkorea, nicht im Iran, und wir sehen heute, daß es nicht klug war, es im Irak zu tun. Wir haben es in Ägypten nicht getan – und jetzt in Libyen soll es richtig sein?

Westerwelle – den ich wahrlich nicht schätze! – muß sich verantworten, weil er das nicht unterstützen wollte?

Wir haben einen gewissen Erfahrungsschatz damit, wo uns diese Einmischungen hinbringen, Afghanistan und Irak sind offene Baustellen, an denen wir noch lange „zu knapsen“ haben werden. Sie sind auch Beispiele dafür, daß es nicht reicht, daß wir insgesamt nicht unrecht hatten, daß dort jetzt bessere Orte sind als vorher (jedenfalls mit unserem Wertekompass gemessen). Wir haben uns die inneren Angelegenheiten dieser Länder zu eigen gemacht, und jetzt, wo wir da „mal aufgeräumt haben“, würden wir am liebsten wieder gehen. Aber dieses exportierte, oktroyierte Wertesystem hat dieselben Probleme wie unsere Entwicklungshilfepolitik: Solch einmaliges Aufräumen kann nicht verhindern, daß danach alles wieder ins Vorherige zurückfällt – oder, schlimmer gar, ins gegenteilige Extrem. Statt uns für unser „Aufräumen“ zu danken, haben wir neue Feinde gewonnen. Nun raten wir mal, was diesmal passieren wird.