Können Milchmädchen Radfahren?


Ein herrlicher Artikel aus der Vereinszeitschrift des ADFC, „Rad am Rhein für Düsseldorf„, die Onlinefassung auf der Website ist leider nicht erreichbar.

Können Milchmädchen Radfahren?

Diese Frage ist wahrscheinlich bisher in der Wissenschaft noch nicht näher untersucht worden. Über die Rechenkünste der Milchmädchen hingegen gibt es unzählige Beispiele und fast ebenso viele Meinungen. Es wäre also eigentlich müßig, hier ein weiteres hinzuzufügen. Aber ein Ereignis, das kürzlich der Öffentlichkeit präsentiert wurde, war der Anlass für folgende Unterhaltung, die ich sinngemäß wiedergeben möchte: „Hast du auch schon gehört, Düsseldorf will fahrradfreundliche Stadt werden? Offiziell heißt es sogar, Düsseldorf sei bereits fahrradfreundlich.“ „Das glaub ich nicht, so schlecht wie hier sind die Bedingungen für RadlerInnen doch fast nirgendwo.“ „Trotzdem werden fast neun Prozent aller Wege mit dem Rad zurückgelegt und es sollen bald sogar 16 Prozent sein, hat die Stadt in ihren Antrag geschrieben.“ „Wie soll das gehen, es kümmert sich doch außer dem ADFC niemand um uns.“ „Doch, die Stadt hat ein großes Amt, das nur für den Verkehr da ist. Dort sollen 320 Leute arbeiten und die haben auch eine Arbeitsgruppe Radverkehr.“ „Wenn das so ist, wie du sagst, muss die Gruppe ja mindestens 28 Mitglieder haben und wird jetzt bestimmt auf 51 vergrößert, damit der Radverkehr schnell die 16 Prozent erreicht.“ „Na ja, ganz so groß ist die Gruppe wohl nicht, ich kenne bisher eigentlich nur zwei Mitarbeiter, aber das muss sich ja jetzt wirklich ändern! Und dieses Amt hat jedes Jahr 120 Millionen, um den Verkehr zu verbessern.“ „Wenn ich dann richtig gerechnet habe, müßten bisher ja davon so etwa 10 Millionen im Jahr für den Radverkehr ausgegeben worden sein und demnächst sogar 19 Millionen.“ „Das wäre wirklich schön, aber ich habe gelesen, dass die Summe für das nächste Jahr von gut zwei auf knapp eine Million reduziert werden soll.“ „Das kann doch nicht sein, wie soll die Stadt denn dann fahrradfreundlicher werden?“ „Ja, das habe ich auch noch nicht so richtig verstanden. Aber es ist vielleicht so, ein Fahrrad braucht ja viel weniger Platz als ein Auto und deshalb braucht man auch viel weniger Leute und Geld.“ „Na gut, sagen wir mal fünf Fahrräder entsprechen einem Auto, dann reicht ein Fünftel der Leute in diesem Amt, also immer noch mindestens zehn. Und beim Geld komme ich immer noch auf knapp vier Millionen.“ „Aber um bei weniger Platzbedarf zu intelligenten Lösungen zu kommen, muss man doch genau so viel Gehirnschmalz reinstecken wie bei den Autos!“

In diesem Moment traten die Milchmädchen kräftig in die Pedale und überquerten so gerade noch die Kreuzung, während ich vor einer roten Ampel anhalten musste. Dadurch konnte ich ihr interessantes Gespräch leider nicht weiter verfolgen. Bei den bekanntermaßen nicht besonders fahrradfreundlichen Ampelphasen in dieser Stadt hatte ich keine Chance, die beiden wieder einzuholen. Die eingangs gestellte Frage würde ich eindeutig mit ja beantworten, aber was die genannten Zahlen angeht, so scheinen mir diese noch genug Anlass für weitere Diskussionen zu sein.

Vielleicht gibt es aus der Leserschaft Meinungen hierzu, natürlich auch zu dem Thema, ob Milchmädchen Radfahren können?

Josef Kürten

Das ist eine Glosse, oder? Und dennoch ist alles wahr…

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