Das Image des Herrn K.


Nachdem es zunchst geheien hatte, Siemens-Chef Kleinfeld sei ein harter Hund, knickte dieser dann doch pltzlich ein und grndete einen Solidarfonds fr die im Stich gelassenen Kamp-Lintforter Handybauer, den er sogar mit einer persnlichen Morgengabe bestckte: seinem Anteil an der 30%igen Gehaltserhhung fr dieses Jahr. Er habe das so nicht gewollt, versicherte er.

Das ist eine erstaunliche Geste. Zunchst mal ist es im Kapitalismus unblich, Solidaritt zu zeigen und ohne Not Geld wegzuwerfen. Die „Solidaritt“ ist also vermutlich ein offenbartes schlechtes Gewissen, gepaart mit der Notwendigkeit, keine juristische Schuldanerkenntnis zu unterschreiben. Auerdem ist die Geste drr, denn der Betrag drfte mindestens um den Faktor 10 zu gering gewhlt sein um effektiv zu wirken, und das Einbringen seines eigenen Gehalts wohl vollends nur Imagewerbung fr seine Person, die ob der besagten selbstzuerkannten Gehaltserhhung ohnehin schon im Gesprch war. Was ist der Grund? Grt man in Bremen beim Bcker seine Eltern nicht mehr?

Was man hier mit Siemens-BenQ Mobile getan hat, das Abtrennen aller Assets (Patente usw.) vom Personalstamm, ist gleichbedeutend damit, diese Mitarbeiter in einem Rettungsboot ohne Essen auszusetzen. Jetzt durchtrennt BenQ das Tau, und es ist absurd, wenn Siemens behauptet, man habe von dieser Absicht nichts gewut. Wobei lt sich ein Manager lieber erwischen, ein harter Hund zu sein oder bertlpelt zu werden? Dabei haben wir hier in Dsseldorf schon genug Beispiele fr Siemens‘ Management vor Augen, Stichworte wie Skytrain und Combino lesen wir hier tglich in der Zeitung.

Es ist ffentlich dafr geworben worden, aus Solidaritt BenQ-Siemens-Handys zu kaufen. Ich rate davon ab, es verschiebt doch das traurige Ende der Veranstaltung allenfalls um Wochen oder Monate nach hinten, wenn das Geld nicht sogar sowieso von der fernstlichen Rabenmutter abgesaugt wird. Ich rate im Gegenteil zum Boykott dieser Produkte – dies beschleunigt ein Ende mit Schrecken, das Siemens am Ehesten zwingt, Verantwortung fr sein Handeln zu bernehmen, und damit ist den Mitarbeitern vor Ort wahrscheinlich mehr geholfen.

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