Womit das Glück so reist


„Mit dem Glauben kam das Glück“ las ich es aus der Straßenbahn auf einem Plakat, weiß auf rotem Grund, so daß es nicht schwer war, den Bezug zu einer nicht unbekannten Volks-Zeitung herzustellen. Das Foto zeigte ein hübsches Mädchen, die Bildunterschrift nannte sie eine „Bibel-Schülerin“. Dazu noch ein diffuser Verweis auf eine „Happy-Formel“.

Das Glück kommt bekanntlich auf so allerlei merkwürdigen Wegen. Ich würde nicht bezweifeln, daß der Glaube einer davon ist, aber daß die Bild-Zeitung dies zugibt…?

Meine Straßenbahnfahrt trug mich dann noch an weiteren weiß-roten Plakaten vorbei, und die verwirrten mich dann doch etwas: „Mit der Krankheit kam das Glück“, „Mit der Scheidung…“, „Pleite“, und so ging es weiter. Ich begriff, welchen Bezug das Massenblatt herstellen wollte. Aber ein wenig traurig machte es mich doch: Das Glück war aus einer Lebenskrise heraus zu finden, nur Negativtermini wurden in den Kontrastsatz eingesetzt. Der Glaube eine scheinbar ausweglose Situation?

Ich fand dann wenigstens noch ein Plakat, auf dem der Satz ein bißchen positiv besetzt wurde: „Mit der Diät kam das Glück“. Na, denn. Einmal Abendmahl light bitte. Passen Sie gut auf sich auf.

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One Response to Womit das Glück so reist

  1. Heinrich sagt:

    Sehr schn beobachtet.

    Der Glaube ist durchaus kein Negativ-Erlebnis 🙂

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