Wohlfahrt, Wohltaten und wohlmeinende Ineffizienz


Das schlimmste, was einem gespendeten Euro droht, ist immer noch die Bezahlung desjenigen, der es gut meinte. Das eigentliche Ziel der gespendeten Euros, den Obdachlosen in der Stadtmitte, den Krebskranken in Tschernobyl oder das Tsunami-Opfer in Sdostasien, erreicht leider nur ein Bruchteil von ihnen. Verwaltungskosten bei Wohlttigkeitsorganisationen (im Englischen „Overhead“ genannt, was sprachlich ahnen lt, wie berflssig sie sein knnen, auch wenn es etwas anderes heit) sind selbst bei den Wohlmeinenden zu hoch, dazu gesellen sich die, die Wohltat nur vorschieben, um zuvorderst ihr eigenes Schfchen ins Trockene zu bringen.

Ein trauriges Beispiel erhielt ich heute wieder: Einen Brief von der Diakonie, frankiert mit Wohlfahrtsmarken. Klingt wohlmeinend. Aber schauen wir mal: Das Geld, von dem die Diakonie ihre Briefmarken kauft, ist gespendet oder aus ffentlichen Mitteln. Es ist also knapp, und die Diakonie sollte es so unmittelbar wie mglich fr wohlttige Zwecke einsetzen. Nun ist es klar, da die Diakonie von den Spenden auch so triviale und unwohlttige Dinge wie Briefmarken kaufen mu, um ihrem tglichen Geschft nachzugehen, genau das ist der Overhead. Der Erls der Wohlfahrtsmarken aber geht zuerst durch die Finger der Deutschen Post AG, die es gar nicht wohlttig meint und sicher einen Overhead einbehlt, erst dann an die Wohlfahrtspflege, die es wohl wohlttig meint, aber dennoch ihrerseits einen Overhead einbehlt. Von dem sie dann womglich wieder Briefmarken kauft.

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