Die Rheinische Post schreibt den folgenden Artikel:

Weiter abwrts in Rath?

Ein von der Diakonie geplantes Wohnheim fr Suchtabhngige an der Bochumer Strae stt auf Widerstand im Stadtteil. Geschftsleute der benachbarten Westfalenstrae sammeln Unterschriften.

Von Bernd Bussang und Heinrich J. Bongartz

Auf dem etwa 600 Quadratmeter groen Grundstck an der Bochumer Strae 5 bis 11 plant die Diakonie ein mehrgeschossiges Wohnheim fr „chronisch Mehrfachabhngige“ mit 24 Pltzen. „Zielgruppe sind Menschen, die ein Suchtproblem haben – in der Regel mit Alkohol – und zustzlich beeintrchtigt sind,“ so Christoph Wand, Sprecher der Diakonie. „Viele von ihnen sind krperlich und psychisch krank, von Armut betroffen, obdachlos, vereinsamt und leben am Rand der Gesellschaft.“

Der Kaufvertrag ist dem Vernehmen nach vorgezeichnet und soll in Krze notariell beglaubigt werden. Doch gibt es inzwischen Widerstand auch aus dem politischen Raum des Stadtteils. Geschftsleute der nahen Westfalenstrae frchten eine Verschlechterung des Umfelds und somit weitere Umsatzeinbuen.

„Das Umfeld der zu betreuenden Kranken wird im Bereich der Bochumer Strae negativ sehr ins Auge fallen,“ meint Manfred Hacke vom gleichnamigen Modehaus und fragt: „Soll Rath noch weiter abgewertet werden?“

Schon jetzt sei der Stadtteil durch eine Vielzahl von Obdachlosenunterknften und sozialen Brennpunkten belastet, meint der Geschftsmann. Das geplante Wohnheim knnte die ohnehin schon angespannte Situation im Umfeld der Bochumer Strae weiter verschrfen. „Mehrere Kindergrten, Schulen und Sportvereine haben hier ihre Wirkungskreise,“ sagt Hacke. „Wir mssen die Diakonie davon berzeugen, da der Standort fr diese Einrichtung nicht der richtige ist,“ so Hacke. „Behinderte, die mehrfach abngig sind, gehren in eine stabile Umgebung.“ In insgesamt 20 Geschften haben Hacke und Mitstreiter nun Unterschriftenlisten gegen das geplante Wohnheim ausgelegt. „Allein in meinem Geschft haben bereits mehr als 500 Kunden unterschrieben,“ sagt Hacke.

Untersttzt wird er von CDU-Ratsfrau Sylvia Pantel: „Sie werden verstehen, da ich nicht Ihr bestimmt notwendiges Projekt ablehne, sondern den Standort,“ schreibt sie an Diakonievorstand Thorsten Nolting. Ebenso wie Hacke verweist die CDU-Politikerin auf Untersuchungen der Stadt, nach denen Rath als „inhomogener Stadtteil mit hohem Auslnderanteil“ schon jetzt zu „den am hchsten sozial belasteten Bereichen im Stadtgebiet“ gehrt. Ein erstes Info-Treffen Pantels und Hackes mit Vertretern der Diakonie konnte die Bedenken gegen das Projekt nicht zerstreuen. Am 17. Februar soll es nun einen Informationsabend fr alle Brger im Saal der Evangelischen Kirchengemeinde geben.

Formel braucht das Bauprojekt wegen der geringen Grundstcksgre (unter 1000 Quadratmeter) nicht die Zustimmung der Bezirksvertretung. Wegen der Frage der Sozialvertrglichkeit wre eine vorherige Information durch die Diakonie aber wnschenswert gewesen, sind sich Verwaltungsstellen-Leiter Heinz-Gnther Strerath und Bezirksvorsteher Jrgen Buschhter (CDU) einig.

Info: Diakonie

Aufgaben: Die Diakonie in Dsseldorf ist ein evangelischer Wohlfahrtsverband fr soziale Dienstleistungen. Als evangelischer Gemeindedienst nimmt er den Auftrag der 25 evangelischen Kirchengemeinden in Dsseldorf wahr.

Geschichte: Im Ersten Weltkrieg wurde ein „Evangelisches Jugend- und Wohlfahrtsamt“ gegrndet, das als Wurzel des Wohlfahrtsverbands mit 70 Einrichtungen und 1200 Mitarbeitern gilt.

Sowie an anderer Stelle derselben Ausgabe:

Suchtheim und Stadion

Rath (hjb) Der geplante Bau eines Hauses fr betreutes Wohnen von 26 Mehrfachabhngigen an der Bochumer Strae 5 bis 11 ist eines der Themen bei der ersten Sitzung dieses Jahres der Bezirksvertretung 6 am 26. Januar, 16 Uhr, im Sitzungssaal des Rathauses Mnsterstrae 519. (…)

Interessant am Artikel von Herrn Bongartz ist, da er die Interviewform gewhlt hat, obwohl er in Wirklichkeit nur aus dem (ffentlichen) Briefverkehr von Frau P. und Herrn H. zitiert. Auch die offensichtlichen Unsachlichkeiten aus diesen Briefen (das polemisierende „Mehrfachabhngige“ statt des Fachterminus „chronisch mehrfach beeintrchtigte abhngige Menschen“) bleiben unkorrigiert; Herr Bongartz hat sich wohl nicht vorher sachkundig gemacht. Er gab der Diakonie auch wenig Chance, sich zu uern – eine bereits angesetzte Pressekonferenz am heutigen Morgen wartete er nicht ab.

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