Indonesien und Obdachlose oder Werte


Ich beobachtete einmal, wie ein Indonesier eine alte Frau fotografierte, die allein die Straße überquerte. „Warum fotografieren Sie das?“ fragte ich. Die Antwort: „Weil mir in meiner Heimat niemand glauben würde, daß hier alte Menschen allein die Straße überqueren müssen, ohne daß jemand sie begleitet.“

Letzte Woche dann sah ich einen alten Mann, der die Straße nicht allein überquerte, sondern dem jemand dabei half. Es war der freundliche, obdachlose fiftyfifty-Verkäufer, der immer vor unserem Supermarkt steht.

Gibt einem die erste Geschichte schon zu denken, dann erst recht die zweite: Anscheinend ist die traurige Wahrheit, daß in unserer Gesellschaft die Werte sich so weit entwickelt haben (und jeder mag selbst darüber philosophieren, wohin sie sich entwickelt haben), daß der alte Mensch am unteren Ende der sozialen Skala steht. In seiner Hilflosigkeit ist er allein gelassen. Der einzige, der sich die erforderlichen Werte bewahrt hat, ihm zu helfen, ist der Obdachlose, der selbst am Ende dieser Skala steht. Wir stehen beschämt.

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