Der marokkanische Eltern- und Jugendverein hat das alte Gebäude des S-Bahnhofs Rath gekauft, um dort eine Moschee zu errichten. Der Plan hat die üblichen Verdächtigen auf denselben gerufen: „Rath ist bereits jetzt ein belasteter Stadtteil“ weiß Ratsfrau Sylvia P., und Christoph N. von der sog. „Initiative für soziale Ausgewogenheit“ klagt, er fühle sich in Rath nicht mehr heimisch.
Nun hat Herr N. sich ja jüngst einen Stunt von verheerender Publikumswirksamkeit geleistet, als er sich zum Vorsitzenden des Rather Bürgervereins wählen ließ und dieses Amt dann nicht antrat, so daß die Rather Kinder im November ohne Martinsumzug dagestanden hätten, wenn nicht Altvorsitzender Robert W. eingesprungen wäre, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen – da wäre es nicht verwunderlich, wenn neben ausländischen Mitbürgern jetzt auch eingesessene Rather die Straßenseite wechselten, wenn sie ihn sehen. Das kann sich auf das Heimatgefühl schon unangenehm auswirken, wenn man mit der Verantwortung für sein Tun oder Lassen konfrontiert wird.
Ratsfrau P.s Vorschlag, die Rather sollen doch in die Derendorfer Moschee gehen, hat mit Gleichberechtigung und Religionsfreiheit jedenfalls wenig zu tun. Uns Evangelischen gesteht man ja auch zwei Dutzend Gemeinden und entsprechend viele Gottesdienststätten zu, und die Marokkaner sollen im Nachbarstadtteil die Moschee der Türken mitbenutzen? Dann kann man sie ja gleich in ein Ghetto stecken, wenn ihre Bedürfnisse dort am besten befriedigt werden können. Das befördert Parallelgesellschaften. Die Marokkaner jedenfalls machen alles richtig; sie haben gerade erst einen Tag der offenen Tür veranstaltet, sie verstecken sich nicht.
29.11.2007 um 10:34 |
Warum sagt man nicht ,das dieser Beitrag von Pfarrer Geibel stammt. Feuer legen,und dann sich verkriechen.
Demokraten reden offen unter einander.
29.11.2007 um 13:09 |
Sehr geehrter Herr/Frau Tannenspitze,
offen, ja? Anonymität anonym zu beklagen, ist, glaube ich, das Groteskeste, das man sich vorstellen kann.
Sie monieren meine Anonymität, ich muß sie mir aus anderen Gründen erhalten. Sie irren allerdings gründlich, wenn Sie mich für Pfarrer Geibel halten. Das wird Ihnen sicher klar, wenn Sie meine weiteren Blogpostings lesen.
30.11.2007 um 10:32 |
Ach, diogenes, es wird immer wieder außenstehende Leute geben, die glauben, sich innerhalb der Strukturen der evangelischen Kirche besser auszukennen als die, die nicht nur in ihr Mitglied sind, sondern sie auch verantwortlich mitgestalten.
Das ist nichts Neues, und wir haben es in den letzten zweieinhalb Jahren reichlich erlebt.